
Die Ursprünge des
Strickkreises reichen in den Sommer 1991 zurück. Damals wollten vier Frauen auf
Initiative der damaligen Pfarrfrau, Frau Rudolph, aus Wollresten Decken für die Dritte
Welt herstellen. Schnell wurde erkannt, dass die eigene Kirchengemeinde in Geldnöten
steckte und so wurde beschlossen, für einen Basar zugunsten einer neuen Orgel zu
stricken. Die beiden Textilfirmen Horn, Grafengehaig und Erhardt, Eppenreuth unterstützen
dies und alle weiteren Vorhaben mit Garn, Wolle und Stoffresten. Neben Decken entstanden
auch Schürzen, Teppiche, Kissen, Puppen und vieles mehr. Und so wurde der erste
Abventsbasar zum Volltreffer und es konnte der Grundstock für die neue Orgel gelegt
werden. Im Laufe des nächsten Jahres wuchs der Kreis der Teilnehmerinnen um Frau Rudolph,
Frau Erhardt, Frau Schramm , Frau Scherer, Frau Wamser, Frau Kemnitzer, Frau Illigmann,
Frau Dietrich, Frau Head, Frau Hübner, Frau J. Frisch, Frau L. Frisch und Frau Bublitz
und dadurch wuchs auch der erstrickte und erbastelte Betrag. Später stießen dann noch
Frau F. Frisch, Frau Hartmann und Frau Glaser dazu.
Bei allem Fleiß, den die Frauen an den Tag legten, kam allerdings die Geselligkeit und Gemütlichkeit nicht zu kurz. Bei einer Tasse Tee, einer kleinen Brotzeit und einem Plausch vergingen die Dienstagabende wie im Flug.
Mit einem Stand auf dem Stadtsteinacher Bauernmarkt wurde ab dem 8. Mai 1994 eine weitere Absatzmöglichkeit für die unzähligen, in Handarbeit gefertigten Textilartikel gefunden.
In den nächsten Jahren wurde
auch auf Weihnachtsmärkten in Kulmbach, Marktleugast, Thurnau und Schwarzach, bei
Weihnachtsfeiern, bei Seniorennachmittagen, Kirchweih- und Kirchenfesten und weiteren
Anlässen verkauft. Dabei opferten die Frauen viele Stunden Freizeit nicht nur für die
Herstellung, sondern auch für den Verkauf.
So kam bis zum Bau der neuen Orgel im Sommer 1997 eine stolze Summe zusammen die zur Verfügung gestellt werden konnte. Natürlich waren die Frauen des Strickkreises beim Gemeindeausflug zur Firma Eule in Bautzen - beim Besuch der neuen Orgel - vertreten. Neben der finanziellen Unterstützung des Orgelbaus wurden auch die Kindergärten in Eppenreuth und in Stadtsteinach jährlich mit einer Spende bedacht. Damit aber nicht genug. Als im Sommer 1998 die Sanitäranlagen am Friedhof in Eigenleistung renoviert werden mussten und keine finanziellen Mittel vorhanden waren, sprang der Strickkreis ein.
Dass sich die Frauen nicht nur
aufs Stricken und Basteln verstehen, bewiesen sie als sie in den vergangenen Jahren die
Naturalspenden des Erntedankfestes in einen wohlschmeckenden Gemüseeintopf verwandelten,
der dann nach dem Gottesdienst verkauft wurde.
Im Laufe der Jahre wurde mit
viel Phantasie und Kreativität des Repertoire immer mehr erweitert. So entstanden nicht
nur die eingangs erwähnten Handarbeitsartikel, sondern auch viele verschiedene
Bastelartikel. Je nach Jahreszeit wurden zum Beispiel Weihnachtssterne, Schneemänner,
Engel oder Osterartikel bzw. Türbänder, Zwiebelsäckchen, Schlangen, Mäuse,
Fensterbilder, Tischdecken, Deckchen, Kinderdecken genäht und gestrickt. Selbst ein
eigenes Strickabzeichen für alle Teilnehmerinnen des Strickkreises wurde entworfen. Jeen
Dienstag wurde kontrolliert, ob denn jede auch ihr Abzeichen angesteckt hatte. Das
Abzeichen wurde bei offiziellen Anlässen, wie z.B. Umzügen an die "Uniform"
des Strickkreises: eine grüne Weste mit gelber Bluse und schwarzem Rock geheftet.
Nach dem Orgelbau und den
Sanitäranlagen wurde die Kirchengemeinde mit der nächsten großen Renovierungsmaßnahme
konfrontiert: dem Kirchendach. Auch dieses Projekt unterstützte der Strickkreis.
Momentan ist der Sparstrumpf bereits wieder für eine mögliche Renovierung des
Gemeindehauses gefüllt.
Die Kirchengemeinde ist den Frauen des Strickkreises sehr dankbar für den enormen Einsatz und die unzähligen freiwilligen Stunden (ca. 3000 bis 4.000 pro Jahr), die an Dienstagen in geselliger Runde oder in Heimarbeit verstrickt und an den Wochenenden auf Märkten verbracht werden.
Wer sich dem Strickkreis anschließen möchte und Spaß an der Handarbeit hat, der kann sich gerne mit unserer Mesnerin und "Strickkreis-Managerin" Inge Erhardt in Verbindung setzen. Weitere Mitstreiterinnen sind jederzeit herzlich willkommen.