
Es überrascht heute sicher etwas, in einer
kleinen Ortschaft wie Gösmes eine Kirche anzutreffen. Noch mehr verwundert es, dass am
1.8.1859 ein Pfarrer Leupold aus Grafengehaig einen Bericht verfasste, der sich mit der
Möglichkeit der Einrichtung eines Vikariates, wenn nicht sogar einer eigenen Pfarrei in
Gösmes beschäftigte. Das Hin und Her damals zwischen dem Dekanat und der Hohen
Consistorial Behörde in Bayreuth dauerte immerhin drei Jahrzehnte bis 1889 dieses
Projekt wieder ad acta gelegt wurde.
Verständlich werden solche Bemühungen, wenn man sich vor Augen hält, dass die
Gottesdienstbesucher zur damaligen Zeit eine Stunde zu Fuß auf dem Pfarrsteig zur Kirche
in Grafengehaig unterwegs waren. Dies mag auch der Grund für die frommen Webereheleute
Klob aus Gösmes gewesen sein, ihr seit dem frühen 19. Jahrhundert bestehendes Weberhaus
nach ihrem Ableben der Kirche zu schenken.
Ihr Wunsch, dass das Innere ihres Häuschens in einen Bet-Saal umgebaut wird, wurde unter der Initiative von Pfarrer Hans Breiter 1954/55 umgesetzt.
![]() Einweihung 1955 |
![]() Außenansicht 1955 |
![]() Festzug 1955 |
![]() Innenansicht 1955 |
Am 2. Oktober 1955 wurde der Umbau feierlich eingeweiht. Äußerlich sah das Gebäude bis 1966 wie ein einfaches Häuschen aus, allerdings war auf dem Dach ein Glockenreiter mit Zwiebelhaube und Wetterhahn aufgesetzt. Innen entstand ein einziger Raum mit einem Tonnengewölbe.
Zwischen 1966 und 1970 erhielt dann die Christuskapelle
in Gösmes ihr heutiges Aussehen. An der Westseite wurde ein quadratischer Glockenturm mit
Pyramidendach angesetzt, der am 19. Oktober 1968 von Pfarrer Hans Pürckhauer geweiht
wurde.
Die Glocke, die seitdem zum Gottesdienst ruft, trägt aus dem Kolosserbrief 3, 2 die
Inschrift: Trachtet nach dem was droben ist.... Die Eingangstür wurde in den
Turmanbau verlegt. Über dem Eingangsbereich befindet sich im Turm eine kleine Sakristei.
Im Osten wurde eine halbrunde, gewölbte Apsis angefügt, die Platz für einen schlichten
Holzaltar mit Holzkreuz bietet. Auf einer kleinen Empore mit Balusterbrüstung an der
Westseite befindet sich ein Harmonium, das für die musikalische Ausgestaltung der
Gottesdienste verwendet wird.
In den Jahren 1978 und 1987 musste die Christuskapelle saniert werden. Die erste Sanierung umfasste die Erneuerung des Fußbodens, des elektrischen Leitungsnetzes und die Sanierung des Mauersockels. Neun Jahre später musste dann aufgrund von Salpeterbildung der Putz innen und außen restauriert werden. Außerdem wurde eine Drainage um die Grundmauern gelegt.